|
Wie die Zeit vergeht! Mir ist, als sei Canan erst gestern auf die Welt gekommen. Dabei ist sie schon zwei Jahre und einen Monat alt. Doch erst jetzt merken wir, wie dickköpfig sie sein kann. Seit einiger Zeit will sie, daß alles nach ihrem Willen geht. Vor ein paar Tagen gab ich ihr ein Butterbrot mit Honig, dazu Kakao - sie schob alles weit von sich. Sie wollte unbedingt Cornflakes und Apfelsaft. Da meine Zeit knapp war, wurde ich nervös. Das nächste Mal biete ich ihr zwei Möglichkeiten an. So übt sie das selbständige Entscheiden und lernt ihre Grenzen kennen. Ein Auszug aus "Der Prophet" Eure Kinder sind nicht euer Besitz.
Hülya sagt: - Versuchen Sie während der Trotzphase Ihres Kindes nicht, es mit Gewalt zur Vernunft zu bringen. Das schwächt sein Selbstvertrauen und schadet seiner Entwicklung. Wenn es etwas Unmögliches will, sollten Sie warten, bis es sich ein wenig beruhigt und ihm dann eine realistische und seinem Wunsch angemessene Alternative anbieten. In dieser Trotzphase, wo meine Tochter überdies versucht, alles selbständig zu machen, ist es nicht einfach, daß Oktay den ganzen Tag arbeitet und ich halbtags. Morgens zum Beispiel will sie ihre Socken selbst anziehen. Stundenlang könnte sie sich damit beschäftigen. Dazu aber fehlt die Zeit - muß ich sie doch zum Kindergarten bringen und dann zur Arbeit gehen. Es kommt vor, daß sie brüllt und sich auf den Boden wirft, wenn ich ihr die Sachen aus der Hand nehme, damit es schneller geht. Besonders bei kaltem Wetter ist es ein gro-ßes Problem, dem Kind die vielen Kleidungs-stücke anzuziehen. Deswegen stehe ich extra eine halbe Stunde früher auf. Seitdem ihr Wille sich herausbildet, beginnt Canan auch zu sagen, daß sie aufs Töpfchen muß. Oft aber ist es dann schon zu spät, etwa weil sie zu sehr in ihr Spiel vertieft ist. Das ist normal. Ein Kind braucht lange, bis es seine Schließmuskeln kontrollieren und seine Notdurft rechtzeitig ankündigen kann. Kürzlich sah ich an der Bushaltestelle eine Frau, die ihr etwa dreijähriges Kind ausschimpfte, weil es im Kindergarten in die Hosen gemacht hatte. Ein solcher Druck kann jedoch genau das Gegenteil bewirken. Die Eltern sollten sich in Geduld üben, das Kind unterstützen und belohnen, aber nicht zwingen. Auch nachdem es bereits sauber ist, kann es aus verschiedenen Gründen immer mal wieder vorkommen, daß das Kind in die Hosen macht. Vielleicht hat es Durchfall, oder es ist zu sehr in sein Spiel vertieft, oder es hat schlecht geträumt. Was bedeutet ein zweites Kind für uns? - Die Pflege des zweiten Kindes ist einfacher. Schließlich verfügen wir nun über Wissen und Erfahrung. Die halbe Kichererbse Eines Tages fand ein Mann eine halbe Kichererbse auf der Straße. Schnell lief er nach Hause. Mein Vater klackte die Perlen der Gebetsschnur aneinander. |
|||
|
