Titel: 14
Untertitel:



Was Ihr Kind jetzt interessiert
Wie geht denn das?
Machen und Mitmachen
Ordnung und Sicherheit
Die ganze Wohnung eine einzige Werkstatt?
Muß Ordnung sein?
Sprechen lernen
Wort für Wort
Bilderbücher
Wochenende

Am Wochenende zu dritt
Ferien mit Kind
Sauberkeitserziehung
Das Töpfchen kann noch warten
Fernsehen
Kleine Kinder vor der Flimmerkiste?

Was Ihr Kind jetzt interessiert

Wie geht denn das?

Mal sehen, ob der Deckel vom großen Joghurtbecher auf diese Schachtel hier passt: nicht so gut, er rutscht und wackelt irgendwie. Philipp sitzt mitten in der Küche auf dem Fußboden und "arbeitet" – um sich herum das übliche Sammelsurium aus dem untersten Fach des Küchenschrankes. Jeder dieser Gegenstände scheint ein Geheimnis zu bergen. Mal sehen, was jetzt passiert: Deckel und Kastanien in die große Schuhschachtel legen, großen Deckel drauf und schütteln. Rappelt schön laut. Deckel wieder runter und schütteln: alles fällt heraus. Noch einmal schütteln und – nichts!

Die Schachtel ist leer, kein Geräusch. Schachtel umdrehen, nichts fällt heraus. Alles wieder ein-packen: Deckel, Korken, Kastanien, Schraubverschlüsse ...

Philipp kann nicht aufhören, Behälter zu füllen und wieder zu leeren. Lisa dreht und wendet die rosa Dose von Mamas Kommode, die so riecht wie Mama nachts. Die muss doch aufzukriegen sein! Fast Anderthalbjährige ahnen, dass alle diese Dinge einen bestimmten Zweck erfüllen. Aber welchen? Gewissenhaft und unermüdlich experimentieren Kinder in diesem Alter, beobachten das Ergebnis und wiederholen ihre Versuche ein ums andere Mal. Und wenn der große Teddy sich partout nicht in das Spielzeugauto zwängen lässt, dann gibt's schon mal Tränen oder einen Wutanfall. Ruhig und konzentriert setzt derweil Philipp seine Versuche mit dem Schütteln fort. Von der Schüssel in die Dose, dann auf den Teller und wieder zurück. Am Ende steht für ihn fest, dass Schütteln eine brauchbare Methode ist, um etwas aus einem Gefäß herauszubekommen – eine Erkenntnis, mit der er sich neuen Herausforderungen zuwenden kann. Zielstrebig steuert Philipp jetzt auf die große Vase in der Ecke zu: Ob da auch Kastanien drin sind?

Während Sie schon die Scherben fliegen sehen, will Ihr Kind nichts weiter, als seine Versuche fortzusetzen. Es ist jetzt schon imstande, sich gedanklich etwas vorzustellen, was es im Moment nicht sieht, aber aus einer früheren Situation schon kennt. In vielen Bereichen können Sie dieses Vorstellungsvermögen beobachten: wenn im Spiel aus einer Streichholzschachtel offenbar ein Auto wird, aus einer Kartoffel ein Ball, ein Kissen zum Hund, ein Baustein zum Handy am Ohr ...

Machen und Mitmachen ist das Größte!

Vieles, was Ihr Kind jetzt tut, sieht in Ihren Augen vielleicht umständlich oder gar unsinnig aus. Warum in aller Welt muss es immer gleich die ganze Kiste auskippen, wenn es doch bloß das Feuerwehrauto sucht? Wir Erwachsenen haben eben feste Vorstellungen davon, wie Dinge beschaffen sind, wie sie zusammenhängen, wie sie funktionieren. Was wir schon wissen, müssen Kinder erst noch lernen: und das geht am besten, indem sie es selbst herausfinden. Durch die Experimente, die Sie vielleicht manchmal auf die Palme bringen, lernt Ihr Kind eine ganze Menge über die Welt. Und mehr noch: Es lernt auch das Lernen – ganz selbstständig und aus eigenem Antrieb! Ein Kind, das jetzt allzu oft "Nein, lass das!" oder "Finger weg!" hört, verliert allmählich die Begeisterung, sich mit Dingen in seiner Umgebung auseinander zu setzen. Und seine Eltern wundern sich später vielleicht, dass es sich "für gar nichts" interessiert. Vermutlich können nur die wenigsten von uns ohne einzugreifen mitansehen, wie kleine ForscherInnen z.B. Abfalleimer untersuchen: Kleine Finger zerbröseln Eierschalen, zerreißen ein bisschen Butterbrotpapier, zerquetschen genüsslich den Kaffeesatz... Vielleicht können Sie und Ihr Kind sich aber das Forschen teilen: Ihr Kind forscht, und Sie unterstützen und lenken ein bisschen. Ihre Aufgabe wäre es dann, den Forscher mit geeignetem Material zu versorgen und Versuche zu steuern, die allzu gewagt sind – und natürlich auch mal ein Auge zuzudrücken. Denn Ihr Kind will Sie ja nicht ärgern – es ist nur neugierig und will einbezogen und beteiligt sein an dem, was Sie tun.

Lisa ist schon zufrieden, wenn sie den Salzstreuer auf den Tisch stellen darf. Beim Wickeln möchte sie selbst die Windel aufmachen. Wenn Sie beim Kuchenbacken vielleicht einen kleinen Teigfetzen übrig hätten? Und beim Schreiben etwas Papier, beim Putzen einen Lappen?

Zugegeben, es ist anstrengend, sich ständig zu überlegen, wie man ein so kleines Kind einbeziehen kann. Aber es ist auch nicht gerade nervenschonend, dauernd hinter dem kleinen Forscher her zu sein und "Nein, lass das!" zu rufen.

Vielleicht haben Sie mehr Ruhe, wenn Sie stattdessen zum Beispiel eine halbe Tasse Reis opfern und hinterher die Spuren mit dem Staubsauger beseitigen.

Ordnung und Sicherheit

Die ganze Wohnung eine einzige Werkstatt?

Dass Mütter und Väter nicht jeden Tag in der Stimmung sind, ausgedehnte Mehlschlachten in der frisch geputzten Küche mit den Augen der Liebe zu sehen, ist klar. Zeigen Sie Ihrem Kind, wo es basteln und tüfteln kann und wo nicht. Der Vorteil liegt auf der Hand: solange Sie nämlich den geeigneten Rahmen für die Entdeckungslust Ihres Sprösslings schaffen, bestimmen Sie die Bedingungen: nasse Experimente nur in der Badewanne oder am Spülbecken; Versuche mit Körnern, Pulver und Flocken nur fernab von Teppichböden; Experimente mit dem freien Fall nur mit Unzerbrechlichem ... Ihrer beider Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Muss Ordnung sein?

Wild verstreute Bausteine, Stofftiere kreuz und quer, Bilderbücher und überall Kastanien im Raum – es ist kein Vergnügen, das Chaos, das ein kleines Kind jeden Tag hinterlässt, immer wieder wegräumen zu müssen. Aber für Anderthalbjährige, die vor allem aufs Entdecken und Probieren aus sind, ist Aufräumen ein ganz und gar unbegreiflicher Vorgang. Ein Vorschlag zur Güte: Bringen Sie abends zusammen mit Ihrem Kind die Puppen und Tiere "ins Bett", suchen Sie den Autos Parkplätze und verstauen Sie den Rest in ein, zwei Kisten. Ein großer Korb in jedem Zimmer leistet gute Dienste, wenn Sie den täglichen Dschungel abends auf dem schnellsten Weg in eine Erwachsenenwohnung verwandeln wollen. Die lästige Prozedur wird zu einem gemeinsamen Unternehmen mit verlässlichen Regeln. Mit farbigen Bildern beklebte Schubladen oder Kästen erleichtern das Einräumen und Wiederfinden. Auch wenn Ihr Kind noch nicht so "ordentlich" wie Sie aufräumt, kann es doch sehen, worum es geht.

Dass Ordnung das halbe Leben ist, stimmt sogar: in puncto Sicherheit! Ihr Kind ist aufgeweckt und lernt jeden Tag dazu – jetzt zum Beispiel, wie man Fenster aufmacht und mit Stricknadeln in Steckdosen piekt. Wenn Sie es bisher noch nicht getan haben: Sichern Sie sie jetzt unbedingt mit Sicherungsscheiben, die man in jedem Elektrogeschäft kaufen kann!

Sprechen lernen

Wort für Wort

Aufgeregt fährt Philipps Zeigefinger immer wieder in die Luft. "Dada! Daaa!" schreit er, um seinem Vater die Möwen zu zeigen. Man kann dem kleinen Kerl förmlich ansehen, dass er eigentlich sagen will: "Schau doch mal die vielen Vögel, die da oben durch die Luft jagen!" Noch hat er keine Worte für seine Begeisterung. Er kann nur zeigen: "Daaa!" und darauf vertrauen, dass seine Eltern schon wissen, was er meint. Seine Freude über die Welt und ihre Schätze braucht einen Widerhall. Nach und nach erfährt jedes Kind, dass andere so ähnlich wie es selber fühlen und dass man sich über Gedanken und Gefühle verständigen kann: Findest du diesen Turm nicht genauso phantastisch wie ich? Ist es nicht toll, dass ich den kleinen Elefanten wiedergefunden habe?

Eine ganze Weile, bevor Kinder Worte für die Erfahrung von Gemeinsamkeit finden, haben sie schon im Gesicht ihrer Mutter, in der Stimme ihres Vaters entdeckt, wie es sich anfühlt, eine Empfindung miteinander zu teilen.

Wenn Sie um die Mitte des zweiten Lebensjahres herum die ersten "richtigen" Wörter aus dem täglichen Geplapper heraushören, packt Sie vielleicht ein unbändiger Stolz. Ihrem Kind geht es genauso. Lange bevor die ersten Wörter gelingen, hat es seine Umwelt schon intensiv erkundet und in Besitz genommen. Auch was man mit Lippen, Gaumen und Zunge so alles machen kann – Töne produzieren, dehnen, aneinander reihen –, hat es wieder und wieder probiert. Wissen Sie noch, wie beglückt Sie das erste "Oooh" nachgeahmt haben? Inzwischen versteht es schon eine ganze Menge von dem, was seine Eltern in ihrer Erwachsenensprache reden.

Aus den Silbenketten der ersten Monate sind inzwischen doppelsilbige Wortgebilde geworden, mit denen Ihr Kind bestimmte Situationen bezeichnet: Wenn Lisa "gagag" sagt, meint sie damit nicht nur die Ente, sondern alles, was mit Wasser zu tun hat; Timo bezeichnet mit "wauwau" alle laufenden, fliegenden, kriechenden Tiere, und Paulchen fand lange Zeit alles "hamham" – zum Reinbeißen eben. Die Sprache kleiner Kinder ist eigenständig und passt sich den Fähigkeiten und Bedürfnissen in den verschiedenen Altersstufen an. Je mehr Lisa von ihrer Umwelt erkennt, desto mehr will sie davon mitteilen: "putt" – das Auto ist kaputt, "ehß", der Topf ist heiß, und ein gebieterisches "ahm" sagt dem Vater genau genug, was Lisa jetzt will. Mit seinen ersten Worten tut ein Anderthalbjähriges seine Wünsche kund, lernt zuerst die Namen der Dinge, die es haben will: "Mama", "Teddy", "Keks", "Heia". Der Start in die Welt der Wörter fällt bei manchen Kindern auch mit der ersten Auflehnung zusammen. "Nein!" Gegen Lisas Willen läuft jetzt gar nichts mehr.

Erinnern Sie sich noch an die Spiele, die Sie mit Ihrem Kind gespielt haben, um herauszufinden, was es schon alles versteht? "Wo ist denn deine Nase?" oder "Wo sind die kleinen Füße geblieben?" und auf jede Frage ertönte ein jauchzendes "Daaaa!", wenn der vermisste Körperteil gefunden war. Jetzt sieht das vermutlich schon anders aus: "Was ist denn das hier?" Ratlos heben Sie ein Ärmchen hoch. "Ahm" kreischt es vergnügt. Ihr Kind grapscht nach der Cremedose und fordert energisch "Gehmm!" ... "Ja, die Arme cremen wir auch ein" – zu spät. Es hat schon mal kräftig zugelangt und verteilt eine große Portion auf dem bereitgelegten Pullover. Während Sie leicht genervt nach Ersatz suchen, hat es im Flur seine Gummistiefel entdeckt: "Gak, gak, gak!" Damit ist das Stichwort für das Vormittagsprogramm gefallen: Stiefel anziehen, in den Park gehen, Enten füttern, durch Pfützen laufen und Steine ins Wasser werfen.

Erste Bilder-Bücher

Nach einem dieser ereignisreichen Spaziergänge werden Sie später am Tag vielleicht mit Ihrem Kind ein Bilderbuch anschauen. Dann wird es vieles von dem, was es mit Ihnen erlebt und gesehen hat, auf den Bildern wieder erkennen. Vielleicht benennt es spontan Dinge, für die es schon eine Bezeichnung gefunden hat: "Auto! Auto!" oder entdeckt den "Wauwau" und die "Gakgak"-Ente. Vielleicht begnügt es sich aber auch im Moment damit, bei Fragen wie: "Wollen wir mal gucken, wo sich der kleine Vogel versteckt hat?" auf die entsprechende Abbildung zu zeigen. So ganz nebenbei bekommt es beim Betrachten der Bilder auch viele neue Namen angeboten: "Nein, das ist kein Wauwau, das sind Schafe. Wenn wir bald mal die Oma besuchen, dann gucken wir auch die Schafe an." Oder: "Ja, das ist auch ein Auto, ein großes Feuerwehrauto! Das macht immer tatü, tatü!" Vielleicht greift Ihr Kind aus dem, was Sie ihm da erzählen, die eine oder andere Bezeichnung auf – auf seine Weise natürlich, indem es Wörter unserer Erwachsenensprache seiner augenblicklichen eigenen Sprache anpasst.

Manchmal lassen die ersten Worte auch noch einige Zeit auf sich warten, obwohl das Kind doch schon alles zu verstehen scheint, was man ihm sagt. Lars zum Beispiel spricht noch kein einziges Wort. Aber keiner klettert so geschickt wie er, und auch zu Fuß ist er unschlagbar. Im Moment findet er das spannender. Irgendwann, wenn er genug Wörter gesammelt hat, wird er anfangen, sie auch zu benutzen. Wer weiß, vielleicht überrascht er seine Eltern zu seinem zweiten Geburtstag mit einem kompletten Satz? Unterschiede von etwa sechs Monaten zwischen einzelnen Kindern sind kein Grund zum Wetteifern oder zur Sorge.

Wochenende

Am Wochenende zu dritt

"Mama!", "Papa? Papa!" kräht es vergnügt auf der Schwelle zum Schlafzimmer. "Nein", denken Sie jetzt womöglich, "bloß nicht bewegen, dann glaubt sie vielleicht ..." Tapp, tapp, tapp, ein Wirbelwind im Schlafanzug nähert sich, "Mama", jetzt ganz dicht an Ihrem Ohr, warmer Atem, Spucketröpfchen, Grapschfinger ziehen an Ihren Lidern. "Ach, einmal nur ausschlafen!" Ihr Seufzer wird zum Stoßgebet. Vergeblich. Sonntagmorgen, 6.20 Uhr. Ihre Tochter ist glücklich, Sie beide endlich einmal für sich alleine zu haben, und hat schon mal vorsichtshalber ein paar Bausteine und ihr Zoo-Puzzle mit in Ihr Bett geschleppt. Sie weiß schon, dass Ihnen zu dieser Tageszeit nicht viele Spiele einfallen. Jetzt wird Papa geweckt. Der dreht sich um und schläft tatsächlich weiter …

Den Haussegen sehen Sie schon jetzt in Schieflage. Wenn immer nur Sie diejenige sind, die aufsteht, Frühstück macht, das Kind versorgt und bis weit in den Vormittag hinein im Bademantel auf einen günstigen Moment lauert, um einmal ungestört im Bad zu verschwinden: Reden Sie darüber, es geht bestimmt auch anders!

Samstag du und Sonntag ich, oder umgekehrt – mit dieser Formel verliert das Wochenende seinen Schrecken. Wenn Sie sich abwechseln, springen für jeden ein paar kinderlose Freuden heraus – Zeitung lesen, Sportschau gucken oder ein Kaufhausbummel. Schließlich haben Sie beide die Woche über gearbeitet und brauchen ein bisschen Erholung. Seien Sie erfinderisch, um sich morgens noch ein paar ungestörte Minuten im Bett zu ermöglichen. Angelika stellt manchmal abends, wenn sie schlafen geht, ihrem Söhnchen ein paar Kekse und eine Flasche neben das Bett; das bringt am Morgen schon mal ein Viertelstündchen.

Wie lang die Tage sind, wenn man sie mit einem kleinen quirligen Kind verbringt, wissen alle Väter, die sich sonntagmorgens schlaftrunken auf dem Spielplatz Bewunderung für ihre verwegene Akrobatin oder der Welt schnellsten Rutschbahnrutscher abringen. Dass alles Pläneschmieden mal wieder vergeblich ist, ahnt jede Mutter, deren kleiner Schatz ausgerechnet heute statt der üblichen Dreiviertelstunde ganze zwei Stunden und noch länger schläft, während draußen der schönste Sommernachmittag vorübergeht – und ein ewig langer Abend mit einem ausgeschlafenen Kobold ins Haus steht.

Dabei hätte man doch so schön einen Ausflug an den Baggersee ... vielleicht klappt es nächsten Sonntag. Der Weg zum Wochenende ist mit guten Vorsätzen gepflastert.

Ferien mit Kind

... sind Reisen mit großem Gepäck: Fläschchen, Schnuller, Nuckeltuch, Lieblingsteddy, Windeln, feuchte Tücher und Cremetiegel, Kleider zum Wechseln für jede Wetterlage, Sonnenhütchen, Strickmütze – hab’ ich auch alles? Keine Sorge, haben Sie nicht, man kann schließlich nicht an alles denken. Fahrten mit kleinen Kindern wollen vorbereitet sein wie Südpol-Expeditionen, selbst wenn‘s nur an die Nordsee geht.

Vorbei die Zeiten, wo man mal eben das Allernötigste in eine kleine Tasche stopfte, um mit dem Liebsten ins Blaue zu entschwinden ...

Sei’s drum: Ferien mit Kindern sind eben ganz anders und auf ihre Weise schön – wenn man sie gut vorbereitet. Das fängt schon bei der Wahl des Reiseziels an. Wenn Sie von alpinen Klettertouren oder Städtereisen träumen: gönnen Sie sich ruhig solche Träume! Und fahren jetzt erst mal dahin, wo es Wasser und Sand, Restaurants mit Kinderstühlen und wenig Autos, vielleicht ein paar Schafe, Hühner und Häschen gibt. Vielleicht mit Freunden oder einer anderen Familie zusammen: Man kann abwechselnd die Kinder versorgen, und so hat jeder mal frei. Wenn Sie sich in Ihrem Freundeskreis umhören, erfahren Sie sicher wertvolle Tipps über preisgünstige Urlaubsquartiere.

Das Wichtigste ist, dass Sie sich nicht mit Erinnerungen an frühere, kinderlose Urlaubsfreuden die Stimmung verderben. Ferien mit kleinen Kindern sind eben unvergleichlich: Zufrieden planschende kleine Gestalten, die Popos sandig paniert, in einem bunten Ensemble von Schippen, Eimern, Förmchen, Mama mit Buch (und seien es auch nur Minuten!), Papa reicht Kekse, Säfte, Schnuller und Sonnenhütchen, cremt ein, ermahnt, schlichtet ... und freut sich auf den nächsten Tag, wenn er dann mit dem Buch dran ist.

Sauberkeitserziehung

Das Töpfchen kann noch warten!

Tobias hat sich kreischend in die hinterste Ecke des Zimmers verkrochen – seine Mutter ihm nach, die neue Windel in der Hand. Wäre nicht allmählich die Zeit gekommen, die Kämpfe ums Wickeln mit all ihrem Geschrei endlich zu beenden und den Widerspenstigen aufs Töpfchen zu setzen?

Bleiben Sie gelassen! Mit knapp anderthalb Jahren kann ein Kind seine Blase und seinen Darm noch nicht kontrollieren. Und vermutlich interessiert es sich überhaupt noch nicht für das, was "da unten" vorgeht. Schließlich gibt es in diesem Alter interessantere Dinge! Lassen Sie andere Mütter ruhig prahlen, Tanten zanken und Omas die Nase rümpfen über Ihren kleinen Hosenscheißer. Wenn Sie noch ein halbes Jahr Geduld haben, wird Ihr Kind Ihnen schon zeigen, wann es so weit ist. Es ist seine Windel, sein Höschen und seine Entscheidung, aufs Töpfchen zu gehen. Und sein Erfolg, wenn es trocken ist.

Fernsehen

Kleine Kinder vor der Flimmerkiste?

Das kommt schon mal vor: Kaum haben Sie es sich vor dem Fernseher bequem gemacht und warten auf den Helden aus Ihrer Lieblingsserie – da hat Ihr Kind seinen Auftritt. Was da auf dem Bildschirm vorbeiflimmert, fesselt seine Aufmerksamkeit – an Schlafen ist nicht mehr zu denken. Schadet es, wenn es ein bisschen mitguckt?

Nicht, dass Fernsehen aus einem netten Kleinkind einen schlechten Menschen macht – es versteht ja noch gar nicht, was sich da vor seinen Augen abspielt. Aber gerade deshalb sollten Kinder in diesem Alter noch nicht vor der Glotze sitzen! Sie nehmen die Bilder noch völlig anders wahr als wir Erwach-senen. Um zu begreifen, was es sieht, muss das Kind ein Ding noch anfassen, festhalten und hin- und herwenden können. So wie es einen Ball an sich drückt und ihn dann wegrollen lässt, um festzustellen: "Balla!" – ja, das ist ein Ball! Der Ball auf dem Bildschirm ist aber schon verschwunden, ehe es ihn richtig erkennen konnte – und schon stürmen die nächsten Eindrücke auf das Kind ein. Die Fülle von Reizen, die auf diese Weise an ihm vorüberrauschen, kann ein Anderthalbjähriges überhaupt noch nicht verarbeiten. Es ist ihnen schutzlos ausgeliefert.

Und Ihr Fernsehfilm? Verzichten Sie lieber darauf. Wenn Ihnen das schwer fällt, lohnt es sich, ein Videogerät anzuschaffen – so laufen ihre Lieblings-sendungen immer genau dann, wenn Sie Zeit dafür haben!

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