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Was das Baby schon sagen kann Sie kennen Ihr Baby nun schon eine ganze Weile und wissen immer besser, warum es schreit oder quengelt und was ihm Freude macht. Trotzdem ist es Ihnen sicher auch schon passiert, dass Sie gedacht haben: Ach, wenn es doch schon sagen könnte, was es will! Aber das kann es doch schon: mit seinem ganzen Körper! Das Lallen, Glucksen und Strampeln zu Ihrer Begrüßung ist genauso deutlich wie das ohrenbetäubende Gebrüll, mit dem das Kind von seinem Hunger oder anderem Missmut "spricht". Vielleicht haben Sie Folgendes schon erlebt: Ihr Baby betrachtet aufmerksam Ihr Gesicht, während Sie sprechen. Auf einmal fängt es an, mit Armen und Beinen zu strampeln. Sie sehen es fragend an, da lächelt es dieses unwiderstehliche zahnlose Lächeln. Sie lächeln zurück. Da fängt es an zu glucksen vor Vergnügen. Sie lachen laut auf und lassen Ihre Fingerspitzen über sein Bäuchlein zur Nase wandern: "Jetzt krieg’ ich dich, jetzt ... krieg’ ... ich ... dich!" "Was erzählt ihr beiden euch denn da gerade?" fragt Angelika, die ihren Mann im Nebenzimmer reden hört. "Ich erzähl’ unserer Tochter gerade, was ich heute gemacht habe", sagt der Vater. "Sie hört genau zu, als ob sie jedes Wort verstehen würde. Und als du eben was gesagt hast, hat sie sich gleich umgedreht." Das Kind erkennt seine Eltern nicht nur am Aussehen, an Berührungen und am Geruch, sondern von Anfang an auch an ihrer Stimme. Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass das Weinen Ihres Kindes weniger herzzerreißend wird, wenn es Sie hört. Es "weiß" dann schon, dass Sie in der Nähe sind. Der Klang Ihrer Stimme wiegt es in Sicherheit. Ihr Baby wird immer aufgeregter und juchzt begeistert. Sie lehnen sich zurück und sehen zur Decke, als ob Sie sich ein neues Spiel überlegten. Ihr Baby sieht Ihnen gebannt zu und macht ganz leise "aah!". Da beugen Sie sich schnell wieder vor, um Ihren Kitzelspaziergang fortzusetzen. Aber damit hatte Ihr Kind wohl nicht gerechnet: Es wendet sich ab, seine Freude scheint auf einmal verflogen. Sie lassen nun Ihre Finger behutsamer wandern. Ihr Baby sieht Ihnen wieder ins Gesicht und fängt langsam an zu lächeln. Doch nach einer Weile runzelt es die Stirn: Es hat genug. Nach einigen Minuten höchster Aufmerksamkeit und Wonne muss es sich erst mal wieder sammeln. Versuchen Sie einfach, Ihrem Baby die Führung zu überlassen. Auch wenn Sie ganz bestimmte Vorstellungen im Kopf haben, was einem Baby Spaß machen sollte – Ihr Baby "sagt" Ihnen schon, was es will! Je neugieriger es in Zukunft auf seine Umgebung werden wird, desto wichtiger wird dieses Band zwischen Ihnen und Ihrem Kind. In Ihrer Stimme schwingt vieles mit: Trost, Aufmunterung, Zärtlichkeit – und manchmal auch Ärger. Ihre Stimmungen zu unterscheiden, hat Ihr Baby längst gelernt. Nur, dass es nicht immer gemeint ist, wenn Ihre Stimme auch einmal lauter wird, das weiß es noch nicht. Wenn Ihnen einmal der Geduldsfaden reißen sollte und Sie mit irgendjemandem herumschreien, wird das Baby wahrscheinlich weinen, weil es alles auf sich bezieht. Gehen Sie dann – allem Ärger zum Trotz – zu ihm hin und versichern Sie, dass mit ihm alles in Ordnung ist. Mein Kind und die anderen Kinder Im Wartezimmer der Kinderärztin oder bei der Mütterberatung – den Blick aufs andere Kind kann sich kaum eine Mutter (und kaum ein Vater) verkneifen. Im Gespräch stellt sich bald heraus, dass kein Kind so ist wie das andere. Wenn die Mutter neben Ihnen jetzt ins Schwärmen gerät über ihr Baby, das bereits durchschläft und sich schon "stundenlang allein beschäftigen kann", wo Ihr eigenes noch regelmäßig jede Nacht "kommt" und sich tagsüber am wohlsten auf Ihrem Arm fühlt, lassen Sie sich nicht verwirren. Eltern sind genauso verschieden wie ihre Kinder und nehmen die Regungen des eigenen Kindes völlig unterschiedlich wahr. So ist es gut möglich, dass eine Mutter meint, ihr Kind trinke wie ein Weltmeister, und ein Vater findet, seins nehme nur Spatzenportionen zu sich – und in Wirklichkeit trinken beide Kinder genau gleich viel. Für die Menge, die ein Kind trinken soll, oder dafür, was es im 4. Lebensmonat schon können soll, gibt es nur sehr allgemeine Anhaltspunkte. Vom Anheben des Kopfes bis zur ersten, eher zufälligen Drehung vom Bauch auf den Rücken ist alles drin. Wahrscheinlich hebt Ihr Baby interessiert den Kopf, wenn es auf dem Bauch liegt, und hält ihn schon halbwegs gerade, wenn es zum Sitzen hochgezogen wird. Vielleicht ist es gerade dabei, herauszufinden, wie man sich auf den Armen hochstemmen kann. Möglicherweise liegt es auch lieber ruhig in seinem Korb, beobachtet genau, wie sich das Mobile dreht und brabbelt manchmal "rörörö" oder "ejejej" vor sich hin. Mediziner und Psychologen geben dem Kind einen großzügigen Spielraum für seine körperliche und geistige Entwicklung. Warum nicht auch Sie? Wenn Eltern ihre Kinder vergleichen, drückt das auch ihre Unsicherheit aus. Und die hat ihren Sinn. Ihre Unsicherheit ist dazu da, Sie für jede Regung des Kindes empfänglich zu stimmen. Ein Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern kann viel von den eigenen Zweifeln nehmen und helfen, mit der neuen Aufgabe fertig zu werden. Und er kann Spaß machen: Suchen Sie sich Menschen, die sich mit Ihnen an den Fortschritten Ihres Babys freuen, Ihnen aber nicht mit ständigen Fragen –"Kann es denn schon ..., hat es denn schon ..., macht es denn schon ...?"– auf die Nerven fallen. Denn was es auch gerade entdeckt, wichtig ist nur, dass es mit Freude bei der Sache ist. Auch in den ELTERNBRIEFEN beschreiben wir Entwicklungsschritte zu bestimmten Altersstufen. Manchmal wird das auf Ihr Kind zutreffen, manchmal ist es noch nicht so weit, manchmal längst darüber hinaus. Lassen Sie sich auch durch uns nicht verunsichern. Beschleunigen können Sie gar nichts – es sei denn, Sie setzen Ihr Kind unter Druck. Und ein Baby hat sehr feine Antennen dafür, dass Sie nicht mit ihm zufrieden sind, so wie es ist. Fördern Sie Ihr Kind, indem Sie es in seinem Versuch, die Welt zu erobern, bestärken, aber fordern Sie nichts, was ihm (noch) nicht entspricht. Wenn Sie aber besorgt sind, dass Ihr Kind "zurück" sein könnte, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber. Babys Lieblingsspielzeug sind selbstverständlich Sie! Aber auf einer Decke auf dem Fußboden kann es sich auch schon mal eine Weile gut alleinunterhalten. Das Baby beginnt nun, seine Welt zu begreifen – und das ist wörtlich gemeint. Was die Augen sehen, will die Hand ergreifen, und was die Hand erwischt hat, wandert in den Mund – dorthin, wo das Kind am besten spüren kann, wie sich etwas anfühlt. Zum Fummeln und Fingern reichen eine einfache Holzperlenkette und ein Mull- oder Seidentuch. Es ist so leicht und weich, dass sich das Kind nicht verletzen kann. Die Rassel, ein paar bunte Klötze, ein Tier, das quietscht und blökt (manche Babys erschrecken allerdings darüber), ein Ring mit einem Glöckchen – das reicht an "Spielzeug" völlig aus. Geben Sie Ihrem Baby auch Gegenstände, mit denen Sie selbst tagtäglich umgehen: z.B. Eierlöffel, Holzschälchen, Ihr Brillenetui, knisterndes Papier, leere Filmdosen (mit etwas Reis darin, das rasselt auch) – aber bitte nicht alles gleichzeitig! Lieber untersucht das Baby auf seiner Decke einen einzigen bunten Gegenstand, als buchstäblich zugedeckt zu sein mit Spielsachen. Übrigens: Was Ihr Baby in die Finger kriegt und in den Mund steckt, muss nicht unbedingt keimfrei sein: Sie – Babys Eltern – sind es ja auch nicht. Ein bisschen genauer hinschauen muss man allerdings schon, denn viele Gegenstände unseres Alltags (und sogar Kinderspielzeug!) enthalten giftige Stoffe, z.B. die Druckerschwärze von Zeitungen, aber möglicherweise auch der Lack der Holzperlenkette. Ganz wichtig: Ihr Baby wird jetzt allmählich kräftiger und beweglicher, so dass es auf dem Wickeltisch nicht mehr sicher ist. Wenn das Kind sich reckt und streckt, kann es plötzlich herumrollen – und so gelingen die ersten zufälligen Drehungen. Behalten Sie es deshalb im Auge, wenn Sie nur eben einen frischen Strampler raussuchen. Und nehmen Sie es unbedingt mit, wenn das Telefon klingelt oder jemand an der Tür ist. Wir haben unser Kind adoptiert Robert muss schmunzeln: Da war ihm doch neulich, als er mit seinem Sohn im Kinderwagen über den Wochenmarkt schob, ein Bekannter über den Weg gelaufen. Mit erstauntem Seitenblick auf das Baby meinte er: "Hast du dir inzwischen einen Sprössling zugelegt? Na, Glückwunsch! Sieht man doch gleich: ganz der Papa!" Von Ähnlichkeit konnte eigentlich keine Rede sein ... Und doch war es Robert in diesem Augenblick ganz warm ums Herz geworden, und er hörte sich sagen: "Ja, das ist unser Patrick!" Wenn Sie Ihr Baby adoptiert bzw. vorläufig noch in Adoptionspflege haben, liegt hinter Ihnen eine "Schwangerschaft" ganz eigener Art. Sie zog sich vielleicht über Jahre hin, vielleicht dauerte sie auch nur Wochen. Viele Eltern sind zermürbt vom Warten und dann wieder nicht darauf vorbereitet, wenn plötzlich alles sehr schnell geht. Manchen Adoptiveltern ist ihr Kind vom ersten Tag an vertraut, bei anderen dauert es länger – wie bei leiblichen Eltern auch. Was man Mutter- oder Elternliebe nennt, entwickelt sich erst im Umgang miteinander: beim Füttern, Wickeln, Schmusen. Was bedeutet es für unser Kind, adoptiert zu sein? Wann soll es davon erfahren, und was können wir ihm sagen? Das sind Fragen, die wohl alle Adoptiveltern bewegen. Vielleicht haben Sie sich für eine "offene Adoption" entschieden, so dass die leibliche Mutter Ihres Kindes von Anfang an in Ihr gemeinsames Leben einbezogen ist. Wie auch immer: Die Herkunft Ihres Kindes ist Teil seiner Geschichte – zu der Sie der Schlüssel sind. Von Ihnen erfährt Ihr Kind, wer es ist. Wie es sich annehmen kann, hängt sehr von Ihrer Einstellung ab. Aus welchen Gründen auch immer die leibliche Mutter Ihres Kindes sich von ihm getrennt hat: Sie hat ihr Kind losgelassen, damit es Geborgenheit findet – mehr, als sie selbst ihm geben konnte. Durch ihre eindeutige Entscheidung, es zur Adoption freizugeben, hat sie ihm vielleicht ein Hin und Her zwischen wechselnden Pflegeeltern oder Heimaufenthalte erspart. Sie hat eine verantwortliche Entscheidung für ihr Kind getroffen – die für sie selbst sicher schmerzlich war. Wenn Sie Ihr Kind mit seiner Geschichte annehmen können, wird es sich selbst auch wertvoll und angenommen fühlen und nicht verlassen. Erzählen Sie ihm schon jetzt, wie alles kam. Wie Sie nach ihm gesucht haben, wie es endlich so weit war ... Je älter Ihr Kind wird, desto aufmerksamer wird es Ihrer Erzählung lauschen, die so schön ist wie der Bericht einer glücklichen Geburt. Schon jetzt versteht Ihr Baby Ihren Ton. Zu gern hört es, wieder und wieder: "Wunderbar, dass es dich gibt." Claudia fühlt sich wohl – obwohl sie findet, dass von "Urlaub" keine Rede sein kann. Aber wenn sie an die Zeit vor zehn Jahren zurückdenkt, als ihr erstes Kind geboren wurde ... Damals lebte sie allein und hatte schon nach acht Wochen wieder arbeiten müssen! Diesmal will sie sich Zeit nehmen für ihr Baby, Zeit, die Nähe zu genießen und jeden kleinen Entwicklungsschritt mitzubekommen. Zwei Jahre will Claudia zu Hause bleiben. Brigitte hat sich nur ein Vierteljahr beurlauben lassen. Lange hatte sie sich ein Kind gewünscht, und lange hatte sie auch darauf gehofft, endlich eine feste Anstellung zu finden. Dann kam beides fast gleichzeitig: der "Traumjob" und ihre kleine Tochter Heike. Kommentar der Schwiegermutter: "Da wirst du dich wohl entscheiden müssen." "Ich bin doch auch noch da!" hatte Jürgen, ihr Mann, gemeint. Wenn Brigitte wieder arbeitet, wird er eine Weile zu Hause bleiben. Wie ist es bei Ihnen? Werden Sie lange zu Hause bleiben oder den Erziehungsurlaub nur für kurze Zeit in Anspruch nehmen? Können Sie sich mit Ihrem Partner in der Betreuung abwechseln? Wissen Sie schon, wie es nachher weitergeht? Für viele Eltern wird sich früher oder später die Frage stellen: Eine gute Kinderbetreuung zu finden, ist nicht einfach. Nehmen Sie sich Zeit, sich umzusehen: in den Krippen oder bei Tagesmüttern in Ihrer Nähe. Melden Sie in jedem Fall Ihren Bedarf beim Jugendamt an, Sie wissen ja: die Wartelisten sind lang. In Tages- oder Wochenzeitungen werden Betreuungsplätze auch privat angeboten. Wenn Sie sich mit anderen Eltern zusammentun, sind die Kosten vielleicht eher tragbar. Überhaupt empfiehlt es sich, möglichst frühzeitig Kontakt zu anderen Eltern aufzunehmen. Fragen Sie ruhig auch mal Eltern mit größeren Kindern, wie sie das Problem gelöst und welche Erfahrungen sie mit Kindereinrichtungen in der Umgebung gemacht haben. Manchmal ergibt sich so eine Lösung, auf die man allein gar nicht gekommen wäre. In einem späteren Elternbrief werden wir Sie noch einmal ausführlich über die Besonderheiten der einzelnen Betreuungsformen und vieles, was sonst noch zu beachten ist, informieren. Alles in allem: Je früher Sie sich darum kümmern, desto größer ist die Chance, eine Lösung zu finden, die Ihrem Kind bekommt und mit der auch Sie zufrieden sind. Denn jedes Stück Zufriedenheit, das Sie erleben oder herstellen können, wird auch Ihrem Kind gut tun. Und richten Sie es so ein, dass Sie in der ersten Zeit mit Ihrem Kind zusammen in der Krippe oder bei der Tagesmutter bleiben können. Dann haben Sie viel getan, um ihm den Start zu erleichtern. Wenn das Geld nicht reicht ... Viele Menschen zucken bei dieser Vorstellung zusammen, weil der Gang zum Sozialamt mit abwertenden Vorstellungen verbunden ist. Gewiss ist es nicht ideal, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, doch vielfach bleibt einfach keine andere Wahl. Dies gilt ganz besonders für allein erziehende Mütter. Eine von ihnen schilderte uns ihre Erfahrungen: "Bei dem Gedanken, zum Sozialamt zu gehen, wurde mir übel. Andererseits wusste ich überhaupt nicht, wie es weitergehen sollte. Nach dem Mutterschutz würde ich Erziehungsgeld bekommen, doch wie sollten wir davon leben, meine kleine Tochter und ich? Und ich wollte unter keinen Umständen sofort wieder anfangen zu arbeiten. Schließlich riet mir eine Freundin, Sozialhilfe zu beantragen. "Du hast ein Recht darauf, und dein Kind hat ein Recht darauf, versorgt zu werden." Zusammen mit ihren guten Ratschlägen drückte sie mir auch eine Sozialhilfebroschüre in die Hand. "Schreib dir auf, was du fragen willst, und ruf mich dann an. Wenn du willst, gehen wir zusammen." Für einen Menschen, der noch nie auf dem Sozialamt war, ist das schon ein Schlag. Die Trostlosigkeit auf den Fluren, die beklemmende Atmosphäre und nirgends ein Plätzchen zum Stillen, geschweige denn zum Wickeln. Dass besonders viele Mütter mit Kindern den Gang zu diesem Amt machen müssen, scheint hier noch nie jemandem aufgefallen zu sein. Dazu fing natürlich meine Tochter im ungeeignetsten Moment an zu brüllen. Wenn ich mir vorher nicht alle Fragen genau aufgeschrieben hätte, wäre ich völlig aus dem Konzept gekommen. Irgendwie blieb ich aber doch ruhig. Schließlich war ich nicht als Bittstellerin hier, sondern als eine Mutter, die ihr Recht fordert für sich und ihr Kind. Dass ich es auch wirklich geschafft habe, hat mich schon ein bisschen stolz gemacht." Genaue Informationen und eine ganze Portion Selbstbewusstsein sind für den Gang zum Sozialamt unerlässlich. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie sich klarmachen, dass in unserer Gesellschaft viel Geld für sehr viel weniger Wichtiges als für ein Baby ausgegeben wird. Und schließlich wollen die kinderlosen Steuerzahler später einmal von der Rente leben, die Ihr Kind miterarbeiten wird. Das Sozialamt ist verpflichtet, Sie über Ihre Rechte aufzuklären und Sie höflich zu behandeln. Wenn Sie sich allein zu unsicher fühlen, bitten Sie jemanden, Sie zu begleiten. Lassen Sie sich nicht einschüchtern, schreiben Sie mit und vergleichen Sie die Informationen mit denen aus der Sozialhilfebroschüre. ErnährungJetzt schon zufüttern? Wenn Sie stillen, wissen Sie: In den ersten sechs Monaten enthält Muttermilch alles, was Ihr Kind braucht. Natürlich ist es in den letzten drei Monaten viel gewachsen und braucht immer mehr Milch. Wenn Sie Ihr Baby jedoch nach Bedarf anlegen, passt sich die Milchproduktion in Gehalt und Menge dem Hunger des Kindes an. Mittlerweile haben Sie vermutlich so viel Ruhe und Sicherheit beim Stillen gewonnen, dass Sie seine praktischen Seiten auch genießen. Zuzufüttern ist nicht nötig – außer Sie wollten allmählich abstillen. (Sobald Sie nämlich zufüttern, geht Ihre Milchmenge zurück.) Ab wann Brei? Nach sechs Monaten können Sie behutsam mit gedünsteten, pürierten Möhren oder fein geriebenem, rohen Obst beginnen. Manche Babys möchten dann auch gerne den Löffel ausprobieren. Dafür ist es jetzt allerdings noch viel zu früh! Ihr Kind ist ein Säugling: ganz aufs Saugen eingestellt. Sein Saugreflex ist noch stark, es würde den Brei gleich wieder mit der Zunge nach außen befördern. Wenn Sie mit der Flasche füttern, sollten Sie bereits nach fünf Monaten mit der "Beikost" beginnen. Gut verträglich ist Möhren-, nach etwa einer Woche Möhren-Kartoffel-Brei mit einem Teelöffel Keimöl. Nach etwa vier Wochen füttern Sie eine weitere Mahlzeit, meist einen Getreide-Milch-Brei am Abend, zu. Ihr Baby braucht keine Abwechslung und auch keine exotischen Gemü-se- oder Obstmischungen. Ob selbst zubereiteter Brei oder Gläschen – es gibt Argumente für beides. Leider enthalten Letztere häufig zu viele verschiedene Zutaten, die Fertigbreie sind oft zu süß. Seien Sie wählerisch: Es gibt auch einfach zusammengesetzte Gläschen und Getreideflocken ohne Zuckerzusatz! Im 3. oder 4. Lebensmonat steht wieder eine Vorsorgeuntersuchung an. Ab jetzt kann Ihr Kind geimpft werden. Für das erste Lebensjahr empfohlen werden Impfungen gegen Kinderlähmung, Diphterie und Tetanus, Keuchhusten, eine bakterielle Hirnhautentzündung (HIB) und Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht).Die Impfmengen sind so vorsichtig bemessen, dass eine Auffrischung erforderlich ist, damit der Impfschutz erreicht wird. Ihr Arzt wird Ihnen Auskunft geben über mögliche Beschwerden, die ein Kind mitunter haben kann. Sie stehen aber gerade bei diesen Impfungen in keinem Verhältnis zum Risiko, das besteht, wenn nicht geimpft wird. Vor jeder Impfung wird der Arzt Ihr Kind untersuchen. Hat es Schnupfen, messen Sie zur Sicherheit vorher Fieber. Copyright ELTERNBRIEFE 2001 |
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