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Die arabische Community zu Gast beim Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. Workshop am 27. März 2006 „Miteinander, nicht nebeneinander“ – unter dieser Zielsetzung lud der Arbeitskreis Neue Erziehung Mitglieder arabischer Vereine und Vertreter der arabischen Community Berlins am 27. März zum Workshop „Islam und Aufgaben der Erziehung im arabischen Kulturkreis“ ein. 32 arabische Mitbürger besuchten die von Raafat Matar, Mitarbeiter der Interkulturellen Familienberatung des ANE und selbst Araber, moderierte Veranstaltung. Bis auf eine einzige Frau waren ausschließlich Väter der Einladung gefolgt! Ein ungewohntes Bild für die deutschen Gastgeber und Gäste. Und noch etwas war anders als sonst: Die Referenten Tahar El Moursi und Khader Ibrahem, beide Islam-Wissenschaftler, sprachen in ihrer Muttersprache, ein Dolmetscher übersetzte. Den Abend fasst Christian Schoenfelder, stellvertretender Geschäftsführer des ANE, wie folgt zusammen: „Das war für mich eine ganz neue Erfahrung. Arabische Eltern haben in ihrer Sprache über Werteerziehung und Themen wie Ethikunterricht diskutiert. Wir haben diese andere – für Migranten alltägliche - Realität einfach erst einmal zur Kenntnis genommen. Es war wichtig und richtig, dass die Abendsprache Arabisch war. Das war eine gute Geste, ein erster Schritt.“ Tahar El Moursi sprach über das Verhältnis arabischer Familien zur deutschen Gesellschaft. Er betonte, dass weder in Koran noch Sharia Textstellen zu finden seien, die es arabischen Familien verbiete, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren – ihre Identität als Muslime müssten sie deshalb nicht aufgeben! El Moursi wertete es als positiv, dass ab dem kommenden Schuljahr das Unterrichtsfach Ethik an Berliner Schulen verbindlich eingeführt wird: Es sei eine große Chance für ein friedliches Zusammenleben, wenn Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft ihre jeweiligen Religionen und die ihnen zugrunde liegenden Werte kennen lernen und sich darüber auseinander setzen können. Im Beitrag von Khader Ibrahem ging es um den die Bildungschancen von Mädchen und Jungen nichtdeutscher Herkunft. Anhand einiger Beispiele führte er aus, dass es keine islamische Begründung für die Ungleichheit von Mädchen und Jungen gebe. Wenn Mädchen in der Familie benachteiligt würden, sei dies in veralteten Traditionen und nicht in der Religion begründet. Khader Ibrahem forderte die Eltern auf, Mädchen und Jungen gleiche Bildung zukommen zu lassen. Demokratische Erziehung sei aber nicht nur eine Frage der Erziehungsziele, man müsse auch die Rolle der Eltern als Modell des Zusammenlebens betrachten. Die traditionell stärkere Rolle der Frauen in der Familie schließe nicht aus, dass auch arabische Väter hier mehr Aufgaben übernehmen könnten. Dazu forderte er sie ausdrücklich auf, nicht ohne aus der islamischen Geschichte die Legitimierung dafür herzuleiten. |
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