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„Gewalt in türkischen Familien - Normen und Werte im interkulturellen Kontext“ Dr. Haci-Halil Uslucan von der Universität Magdeburg stellte die Studie 1. Türkische Eltern halten sich für strenger als deutsche Eltern. Jugendliche erleben das in Form stärkerer Forderung nach Verhaltensdisziplin. 2. In türkischen Familien gibt es eine größere Diskrepanz zwischen elterlicher Erziehungsintention und kindlichem Verhalten, was zu deutlich mehr Spannungen führt. 3. Hinsichtlich der Gewaltbelastung sind keine Unterschiede zwischen deutschen und türkischen Jugendlichen zu verzeichnen. Allerdings ist bei türkischen Jugendlichen Gewalt beim Austragen von Konflikten stärker akzeptiert. 4. Häusliche Gewalterfahrungen fördern die Billigung von Gewalt bei deutschen wie bei türkischen Jugendlichen. Gewalt zwischen den Eltern erhöht bei deutschen Jugendlichen signifikant die eigene Gewaltbereitschaft. Bei türkischen Jugendlichen scheint dieses „Überschwappen“ beobachteter Gewalt schwächer ausgeprägt. 5. Türkische Mütter greifen eher zu Gewalt in der Erziehung, wenn sie in ihrer Kindheit selbst Gewalt von Mutter oder Vater erfahren haben. Bei türkischen Vätern spielt vor allem das Verhalten des Vaters eine Rolle. Bei deutschen Familien zeigt sich, dass eigene Gewalterfahrung nicht in der gleichen Häufigkeit an die nächste Generation weitergegeben werden. In der abschließenden Diskussion hielten die anwesenden VertreterInnen aus Wissenschaft und Praxis fest, dass sich zwar bei Familien türkischer und deutscher Herkunft unterschiedliche Werthaltungen und Ausprägungen im Erziehungsverhalten feststellen ließen, es aber letztlich von der Herkunft unabhängige Risikofaktoren sind - Konflikte zwischen den Eltern, materielle Not und geringe Bildung – die die Entwicklungschancen aller Kinder gleichermaßen beeinträchtigen.
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